„Bentley Boys“ blasen bei der Historic Trophy Nürburgring zur Jagd auf die „weißen Elefanten“ von Mercedes-Benz

  • „Elefantenrennen“ als Hommage an die Nürburgring-Eröffnung 1927
  • Aufleben der Vorkriegs-Duelle von Mercedes-Benz mit Bentley und Bugatti
  • Mehr als 30 zum Teil über 100 Jahre alte Rennwagen werden erwartet

Düsseldorf/Nürburgring, 27. Mai 2014 – Von großen Tieren mit großen Namen: Bei der Historic Trophy Nürburgring (30. Mai bis 1. Juni 2014) kommt es am Christi Himmelfahrt-Wochenende zur fünften Auflage des längst legendären sogenannten „Elefantenrennens“. Wie in den Vorjahren rechnen die Veranstalter erneut mit mehr als 30 Teilnehmern, die mit ihren Vorkriegsrennwagen vom Schlage Aston Martin, Bentley, Bugatti, Lagonda, Mercedes-Benz, Talbot und Co. am Sonntagmittag in einem 30-minütigen Demolauf über die Grand-Prix-Strecke eilen. Das Event lässt somit legendäre Rennschlachten der Vorkriegszeit wieder aufleben – und bildet eine stimmungsvolle Hommage an das Nürburgring-Eröffnungsrennen im Jahr 1927, in dem Rudolf Caracciola und Adolf Rosenberger mit ihren Mercedes-Benz S den Stuttgartern eine Doppelsieg bescherten. 

Logische Fortsetzung eines erfolgreichen Konzepts: 2010 feierte das Elefantenrennen ein viel beachtetes und umjubeltes Debüt auf dem Nürburgring. Bei Mercedes-Benz stieß das Rennen auf ein so positives Echo, dass die Untertürkheimer für die folgenden Jahre eine Werksbeteiligung zusagten. So wird auch in diesem Jahr wieder ein perfekt restaurierter Mercedes-Benz SSK von 1928 aus dem Mercedes-Benz Museum beim Demolauf mitmischen – in den vergangenen beiden Jahre übernahm Tourenwagen-Legende Klaus Ludwig diese ehrenvolle Aufgabe. Mit ihm werden mehr als 30 Privatfahrer per Le Mans-Start zu ihren mächtigen Rennwagen vom Schlage Aston Martin, Bentley, Bugatti, Lagonda, Invicta und Talbot sprinten. 

Der Name des Elefantenrennens ist zurückzuführen auf die Spitznamen der Vorkriegsrennwagen von Mercedes-Benz – genauer gesagt auf den ersten ihrer Art, den Mercedes-Benz S von 1927. Mit einem Leergewicht von rund 1,9 Tonnen und einem mächtigen 6,8-Liter-Sechszylinder unter der langen Haube deklassierte der Typ S ein ums andere Mal seine zumeist viel kleineren und scheinbar „leichtfüßigeren“ Gegner in schöner Regelmäßigkeit. Angesichts seiner zu jener Zeit für Motorsport-Deutschland typischen weißen Lackierung, lag die Bezeichnung „weißer Elefant“ für den Mercedes-Benz S und seine Ableger SS, SSK und SSKL nahe. Doch die Konkurrenz schlief nicht. So rüstete beispielsweise Bentley nach und entschied 1929 und 1930 mit dem Bentley 6 1/2 Litre in der Speed-Six-Ausführung bei den „24 Stunden von Le Mans“ das Duell gegen Mercedes-Benz für sich. Diese beiden Marken lieferten sich mit ihren hubraumstarken Rennwagen in jenen Jahren zahllose hart umkämpfte Schlachten auf der Rennstrecke – und begründeten damit jenen Mythos, den das Elefantenrennen heute wieder aufleben lässt. 

Organisiert wird das Elefantenrennen von der Fahrergemeinschaft Historischer Rennsport e.V. (FHR). Der Demolauf ist dabei nur einer von mehreren Programmpunkten der FHR Vintage Nürburgring, die im Rahmen der Historic Trophy Nürburgring stattfindet. So steht am Samstag und am Sonntag noch ein jeweils einstündiges Freies Fahren auf der Nordschleife auf dem Programm. Wenn die mutigen Männer in ihren „rüstigen Kisten“ gerade mal nicht auf aktiver Zeitreise sind, präsentieren sie ihre Schmuckstücke stolz im alten Fahrerlager.